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Der Mensch ist so alt wie seine Gefässe. Bereits ein heranwachsendes ungeborenes Kind ist zum Gedeihen auf eine intakte Gefässversorgung angewiesen. Im
späteren Leben entscheidet der Zustand des Gefäss-Systems oftmals über Gesundheitszustand und Lebensqualität. Die Lebensbedingungen unserer Zivilisationsgesellschaft fördern in vielen Fällen vorzeitige Schäden auch
lebenswichtiger Blutgefässe. Daher sind Vorsorge, Früherkennung und rechtzeitige Behandlung bestehender Gefässleiden wesentliche Voraussetzungen für eine möglichst wirkungsvolle Gesunderhaltung auch im mittleren und
höheren Lebensalter. Chronische Wadenschmerzen sind in vielen Fällen auf arterielle oder venöse Erkrankungen der beinversorgenden Blutgefässe zurückzuführen. Aus diesem Grunde sollte bei wiederkehrenden oder
permanent vorhandenen Wadenschmerzen eine subtile Untersuchung der Beingefässe ins Auge gefasst werden. Die Meduna-Klinik steht unter der ärztlichen Leitung eines Internisten mit angiologischem (gefässmedizinischem)
Schwerpunkt. Infolgedessen bietet unsere Klinik umfangreiche Möglichkeiten einer gefässbezogenen fachangiologischen Diagnostik und Therapie auch im Falle bestehender chronischer Wadenschmerzen. Auf der folgenden Seite
werden die insgesamt möglichen Ursachen von Wadenschmerzen aufgelistet. Eingehender dargelegt werden im weiteren die verschiedenen gefässmedizinischen Aspekte. Zum besseren Verständnis der gefässbezogenen
Ausführungen zeigen die folgenden Abbildungen schematisch die normalen Verhältnisse der arteriellen und venösen Beinversorgung beim Gesunden (modifiziert nach Rudofsky). Die Hauptschlagader des Bauches (Bauchaorta, 1
) gabelt sich in die rechte und linke Beckenschlagader (Arteria iliaca communis, 2). Diese bildet nach relativ kurzstreckigem Verlauf zwei Äste. Die Arteria iliaca interna (3) versorgt innere Organe des
Beckens und Bauchraumes, die Arteria iliaca externa (4) zieht zur Leistenregion und geht in die Oberschenkelschlagader über (Arteria femoralis communis, 4). Wiederum nach
kurzstreckigem Verlauf teilt sich die Arteria femoralis communis in zwei Äste. Die Arteria profunda femoris (5) verläuft in die tiefen Weichteile des Oberschenkels, die Arteria femoralis superficialis (6
) erstreckt sich in relativ geradstreckigem Verlauf zur Kniekehle und geht dort in die Kniekehlenarterie (Arteria poplitea, 7) über. Bei ihrem Eintritt in den Unterschelkel gabelt sich die Kniekehlenarterie
in drei Gefässe, welche den Unterschenkel mit Blut versorgen. Die Arteria tibialis anterior (8) verläuft geschwungen zur Vorderseite des Unterschenkels und setzt sich als Arteria
dorsalis pedis in den Fussrücken fort. Die Arteria tibialis posterior (9) zieht in relativ gerader Fortsetzung der Kniekehlenarterie weiter an der Rückseite des Unterschenkels zum
Innenknöchel und biegt dort in geschwungenem Verlauf zum Fuss. Die Arteria fibularis (in der Abbildung nicht mit Nummerierung versehen) verläuft als dritter Ast der Kniekehlenarterie zwischen der Arteria tibialis
anterior und posterior in der Tiefe des Unterschenkels in Richtung Aussenknöchelregion. Der Fuss wird über mehrere Äste der Arteria tibialis anterior und posterior mit Blut versorgt.

Die oben stehenden Abbildungen zeigen den Verlauf des tiefen und oberflächlichen Venensystems mit Perforansvenen.Abbildung links: Die beiden oberflächlichen Stammvenen verlaufen an
Innen- und Aussenseite des Beines. Die Vena saphena magna (1) erstreckt sich vom Innenknöchel bis unterhalb der Leiste und mündet in die tiefe Oberschenkelvene (5). Die Vena saphena parva (2
) verläuft im Unterschenkel bis etwa zur Kniekehle und mündet in die dortige tiefe Vene (4). Vena saphena magna und parva geben mehrere Seitenäste ab,
welche jeweils unter der Haut des Ober- und Unterschenkels verlaufen. Das tiefe Venensystem gliedert sich in mehrere Unterschenkelvenen, von denen zur verbesserten Übersicht nur eine in der Abbildung eingezeichnet ist (
3). Diese tiefen Unterschenkelvenen münden in die Kniekehlenvene (Vena poplitea, 4), welche sich in die tiefe Oberschenkelvene (Vena femoralis, 5) fortsetzt. Von dort wird das Beinvenenblut über die
Beckenvene (Vena iliaca, 6) zur unteren Hohlvene (Vena cava inferior, 7) geleitet. Die Perforansvenen (ohne Nummerierung) bilden mehrere kurzstreckige Querverbindungen zwischen oberflächlichen und tiefen
Venen. Abbildung rechts: Tiefes Venensystem (1) und oberflächliche Venen (2 und 3) stehen über mehrere quer verlaufende Perforansvenen (ohne
Nummerierung) in Verbindung. Die Richtung des Blutflusses wird mit Pfeilen gekennzeichnet. Die Venenklappen sind als Rückschlagventile so angeordnet und ausgerichtet, dass im Normalfall der Blutfluss in allen
Venen nur in einer Richtung verläuft, in den oberflächlichen Venen zum Herzen, in den Perforansvenen nur von den oberflächlichen zu den tiefen Venen. Auf diese Weise verhindern die Venenklappen bei regelrechter
Funktion einen übermässigen Rückstau des Blutes in die Beine. Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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